Interaktives E-Book der Radioonkologie

von Prof. Dr. Hilke Vorwerk (vorwerk@med.uni-marburg.de) Stand: Januar 2023

Bestrahlungsplanungs-CT und Zielvolumendefinition

Der Patient hat eine Teilresektion des Glioblastoms erhalten. Danach folgt standardmäßig die Bestrahlung. Die Patient hatte jeweils ein prä- und ein post-operatives MRT mit T1-Wichtung, T2-Wichtung, FLAIR (Ödem-Sequenz) sowie T1-Wichtung mit Kontrastmittel. Zur Planung hat der Patient ein Bestrahlunsgplanungs-CT erhalten.

Wie sieht das Zielvolumen beim Glioblastom aus? Was sollte Teil des GTV's (Tumorvolumens) sein und was Teil des CTV's (klinisches Tumorausbreitungsgebiet)?

Der Tumor zeigte vor der Operation eine Kontrastmittelaufnahme in der T1+KM-Sequenz. Dies kommt durch Kontrastmittelaustritt bei pathologisch gestörter Blut-Hirn-Schranke, was typisch für höhergradie Gliome ist. Die Ausdehnung des Tumors in der T2-Sequenz entspricht dem infiltrativen Wachstum des Tumors ohne Störung der Blut-Hirn-Schranke.

Daraus folgt:
GTV (Tumorvolumen) = KM-aufnehmende Tumorrest in der postoperativen MRT-Sequenz T1+KM
und der Rand der Resektionshöhle
GTV (infiltratives Wachstum) = Ausdehnung in der präoperativen MRT-Sequenz T2
(nicht in der postoperativen MRT, da das postoperative Ödem ein zu großese Zielvolumen erzeugen könnte)

Glioblastome wachsen infiltrativ und man findet Tumorzellen noch weit außerhalb der Kontrasmittelaufnehmenden Raumforderung, weshalb ein Sicherheistabstand von 1,5-2,0cm zum CTV gewählt werden sollte:
CTV = [GTV (Tumorvolumen) + 1,5cm] + [GTV (infiltratives Wachstum) + 0,5cm]

Das sich so ergebende CTV erstreckt sich auch auf Ventrikel, Knochen und zum Teil auch außerhalb des Schädels. Das CTV umfasst das klinsichen Tumorausbreitunggebiet, das heißt das potentielle Tumorausbreitungsgebiet, welches natürlich nicht außerhalb vom Schädel liegen kann. Deshalb wird vorläufige CTV noch um die anatomsichen bereich bereinigt, in die es keine klinische Infirltration geben kann.
Um das CTV wird dann ein kleiner Sicherheitsabstand in alle Richtungen zum PTV (Planungszielvolumen) gelegt, der die Positionierungsungenauigkeiten beinhaltet, weshalb hier der Schädelknochen etc. im Zielvolumen enthalten sein darf:

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